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Kunstkammer

Kunstkammer Im historischen Stadtzentrum am Newaufer ist das Museum für Anthropologie und Ethnographie namens Peter der Große (Kunstkammer). Es ist das vollständigste Museum seiner Art. Seine Sammlungen enthalten die Ausstellungen für Kultur und Alltag der Völker der Welt, doch besonders berühmt ist es durch die Sammlung der Mißgeschöpfe – anatomische Abnormitäten und  Kuriositäten. Der Begriff «Kunstkammer» stammt aus der deutschen Sprache und bedeutet «Raritäten- oder Kuriositätenkabinett».

Als offizielles Gründungsdatum der ersten Kunstammer Russlands gilt der 31. Januar 1714. Nach der Übertragung der Hauptstadt aus Moskau nach Sankt Petersburg 1712 ließ Peter der Große 1714 seine Privatsammlung und Bibliothek,«kaserliches Kabinett», im Sommerpalast in St. Petersburg unterbringen. Das «Kabinett» war so groß, dass es in einem Sonderraum untergebracht werden musste. Dieser Raum wurde zu erster «Heimat» der Kunstkammer.

Seit fast 300 Jahren befindet sich in Sankt Petersburg eine der größten zeitgenössischen Sammlungen, die 915 Gegenstände zählt und in einem Saal der zweiten Etage im Gebäude der Universitetskaja Nabereschnaja (Universitäts-Uferstraße) untergebracht ist. Die Museumsstücke werden unter der «Doppelpanzerung» aufbewahrt – die Kolben mit alkoholisierten «Schaustücken» werden durch dickes Glas der riesigen Schranken geschützt, in denen die Kuriositäten dicht aneinandergereiht sind. Neben der Muscheln- und Meeresorganismensammlungen werden die Kolben mit menschlichen und tierischen Föten oder deren Körperteile besonders besichtigt. So schrecklich das klingen möge, ist diese Ausstellung wirklich interessant! Hier gibt es sowohl Föten, als auch abgetötete Neugeborene mit verschiedenen anatomischen Abweichungen: Verschmelzung der Augenhöhlen (Ziklopie); angeborenes Fehlen einer oder mehrerer Gliedmaßen (Amelie); zusammengewachsene Beine in Form eines Fischschwanzes (Sirenomelie) und andere.